08/11·Schaufenster Salzstraße

Die Kriegsjahre

Bomben, Trümmer, Wiederaufbau.

Zeit des Nationalsozialismus

Während der NS-Jahre nutzt das Regime das Preußenstadion wiederholt für Aufmärsche und Heerschauen. So auch am 17.05.1936. An diesem Tag feiert das »Nationalsozialistische Kraftfahrkorps«, Abteilung Münster, den »Tag des NSKK«. Das ist eine paramilitärische Formation, die im großen Ausmaß an der Deportation von Juden und dem Holocaust beteiligt ist.

Zu den politisch Verfolgten des Nazi-Regimes zählt in Münster auch der spätere Preußen-Vorsitzende und SPD-Politiker Theodor Geringhoff. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler vom 20.7.1944 wird Geringhoff von der Gestapo verhaftet. Bis 1945 sitzt er in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Hamburg-Neuengamme. Nach dem Krieg wird Geringhoff Mitglied des neuen NRW-Landtages.

Das Preußenstadion weist zum Kriegsende schwere Schäden auf. Im Stadionbereich befinden sich 38 Bombentrichter und das Klubhaus ist schwer beschädigt. Dennoch sorgen die Fußballer des SC Münster 08 am 11.11.1945 für das erste sportliche Großereignis nach dem Krieg, ein Freundschaftsspiel gegen den sechsfachen Deutschen Meister Schalke 04. Schalke gewinnt 3:0.

4 Einträge im Archiv

Dokumente & Bilder

Stille Jahre

19361 Eintrag
17.05.1936

Tag des NSKK Tag 1

Der historische Zeitungsbericht dokumentiert die rücksichtslose Militarisierung des öffentlichen Raums durch das NS-Kraftfahrkorps (NSKK) im Mai 1936. Der propagandistisch inszenierte „Tag des NSKK“ auf dem Prinzipalmarkt und im Preußenstadion diente einzig der Machtdemonstration des Regimes. Flankiert von NS-Größen wie Gauleiter Meyer wurden 4100 Männer im Sturzhelm zur Schau gestellt. Diese vermeintlich sportliche Massenveranstaltung missbrauchte die Jugend gezielt zur paramilitärischen Gleichschaltung, kollektiven Indoktrination und Kriegsvorbereitung im Münsterland.

19392 Einträge
10.06.1939

BDM-Sportfest in Münster

Der historische Zeitungsausschnitt dokumentiert die perfide Vereinnahmung des Sports durch das NS-Regime im Münsteraner Preußenstadion. Hinter Begriffen wie „sportliche Ertüchtigung“ und „Heerschau“ verbarg sich die systematische ideologische Indoktrination der westfälischen Hitler-Jugend und des BDM. Unter den Augen von NS-Funktionären wie Gauleiter Meyer diente der Wettkampf der 5000 Jugendlichen nicht der individuellen Entfaltung, sondern der paramilitärischen Vorbereitung, kollektiven Gleichschaltung und der rassistischen Propaganda für den NS-Staat.

11.11.1939

Spiel gegen Schalke mit Nazi-Größen

Der historische Gauliga-Spielbericht offenbart die lückenlose Instrumentalisierung des Sports durch das NS-Regime im Münsteraner Preußenstadion. Die schamlose Vereinnahmung zeigt sich in der namentlichen Inszenierung hochrangiger NS-Funktionäre wie Gauleiter Meyer sowie in der bewussten Erwähnung tausender Soldaten („Feldgrauen“) im Publikum. Unter dem Deckmantel völkischer Begeisterung und der NS-Diktion des „Großdeutschen Meisters“ diente die Massenveranstaltung der ideologischen Mobilmachung, gesellschaftlichen Gleichschaltung und der psychologischen Kriegsvorbereitung der Bevölkerung.

19431 Eintrag
10.10.1943

1. Tagangriff auf Münster, erste Bomben auch auf Stadion, bis Kriegsende insgesamt 38

Der schwerste Angriff auf Münster fand am Nachmittag des 10. Oktober 1943 statt. Mehr als 200 Bomber der United States Army Air Forces waren zunächst Richtung Ruhrgebiet geflogen, hatten bei Haltern abgedreht und steuerten Münster an, wo es bisher keine Tagangriffe gegeben hatte. Dieser erfolgte in Umsetzung der Area Bombing Directive vom 14. Februar 1942. In der Stadt hielten sich viele Sonntagsausflügler, auch aus dem Umland, auf.

Karte & Flyer