Der Ursprung - Kaolle Föte auf den Aaseewiesen
Der historische Ursprung vom SC Preußen Münster liegt

Wie aus einer Sandgrube ein Sportplatz wurde.
1. November 1925
Allerheiligen 1925. In Deutschland soll erstmals ein Fußballspiel live im Radio laufen: SC Preußen Münster gegen Arminia Bielefeld, auf dem Münstermannplatz an der Hammer Straße. Der Münsteraner Reporter Bernhard Ernst steht im Stadion hinter dem Tor, das Mikro bereit. Die 3 km lange Funkstrecke zum Funkhaus in Münster hat er am Vortag getestet, sie funktioniert einwandfrei.
Doch dann das: Anpfiff – und die Leitung ist tot. Sekunden entscheiden. Ernst greift zum nächstbesten Telefon, kommentiert so das Spiel und schreibt damit Rundfunkgeschichte.
»Achtung, Achtung – hier ist die Sendestelle Münster in Westfalen auf Welle 407.«
Bernhard Ernst, 1. November 1925
Vor dem ersten Anstoß
Der historische Ursprung vom SC Preußen Münster liegt
Schüler des Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasiums gründen den FC Preußen Münster. Das Vereinsabzeichen ist ein Wimpel in den Vereinsfarben mit einem sechseckigen Stern und der Aufschrift F.C.P. 1906. Die Namensgebung ist patriotischer Natur, die Vereinsfarben ebenfalls: schwarz-weiß steht für Preußen, das grün stammt aus der Westfalen-Tricolore (grün-weiß-schwarz). 1. Vorsitzender: Bernhard Böckmann
Das erste Spiel findet auf einem Exerzierplatz auf der Loddenheide, das damals militärisches Gebiete der Armee ist, mit Genehmigung des Generals Freiherr von Bisping statt. Der FC 1899 Osnabrück wird mit 5:0 besiegt, einem Vorgängerverein des VfL Osnabrück. Am 8. August 1907 wurde der Verein in den Westdeutschen Spielverband aufgenommen. Ursprünglich beantragten die Preußen die Aufnahme in die höchste Spielklasse des Verbandes. Dies scheiterte jedoch am Einspruch des zwei Jahre zuvor gegründeten FC Münster 04. Ein Nachteil des Platzes: die Tore mussten nach jedem Spiel wieder abgebaut und zwei Kilometer weiter in einen Stall geschleppt werden, der auch als „Umkleide“ fungierte.
Im Jahr 1910 wurde der Spielbetrieb von der Loddenheide zum Feldschlösschen an der Sentruper Höhe (heute befindet sich dort die Timmermeisterschule) verlegt. Hier wurden die ersten Erfolge erspielt. Hatte man im Jahre 1911/12 schon in den ersten Meisterschaftsspielen um die Westfalenmeisterschaft gestanden, so glückte in der Saison 1913/14 der große Wurf: Preußen Münster war Westfalenmeister vor Arminia Bielefeld!
Nach dem Feldschlösschen ist vor der Kuhweide. Im Volksmund und auch in den Vereinschroniken ist für die nächste Spielstätte häufiger der Name „Münstermannplatz“ zu finden, denn Münstermann hieß der Landwirt, der die Kuhwiese für das kleine Stadion seit 1916 zur Verfügung stellte. Der Spielort verfügte über eine kleine Tribüne und eine Umzäunung, um Eintritt verlangen zu können. Als Relikt des Landwirtes finden wir abgehend von der Hammer Straße den Münstermannweg als Verbindungsstraße zur Scheibenstraße, zuführend auf die heutigen neuen Münstermann Höfe.
Am 14. Dezember 1919 wurde die stattliche Tribüne auf der neuen Anlage eingeweiht. Der Akt wurde durch den damaligen Bürgermeister und späteren Oberbürgermeister Dr. Sperlich vollzogen, ein weiteren Indiz für die gesellschaftliche Anerkennung, die der Klub genoss. Zum Eröffnungspiel empfingen die Preußen den Hammer Spielverein. Höhepunkt der Veranstaltung war indes der erstmalige öffentliche Vortrag des Vereinsliedes, das von Bernd Lohaus verfasst worden war.
Münstermannplatz, 01. November 1925, 14:30 Uhr. Der SC Preußen Münster tritt auf dem Münstermannplatz an der Hammer Straße gegen Arminia Bielefeld an. Das Spiel zwischen den beiden Vereinen findet zum insgesamt 15. Mal statt, diesmal an Allerheiligen. An diesem Tag schreibt Bernhard Ernst – stehend am hängenden Mikrofon im Hockeytor – Rundfunkgeschichte in der Fußball-und Sportberichterstattung.